"Spacy", "Social", "Funky", "Ökonomisch" und vor allem "Funktional", all dass fällt mir ein, wenn ich mich an meinen kürzlichen Aufenthalt im "Yotel New York City" zurück erinnere.

Mein Hotel sollte möglichst unkonventionell sein, der Stadt New York angemessen. Vor Ort war ich dann doch überrascht. Der Eintritt ins Hotel über die große Drehtüre endete erst einmal in einer auf den ersten Blick leeren Halle, abgesehen von Aufzugstüren, Terminals und einem riesigen Roboterarm hinter einer Glasscheibe. Rezeption für Check-In - Fehlanzeige!

Ein "Crew Member", der geschult meine suchenden Blicke erkannte, eilte zu mir und erklärte mir, dass der Check-In über eines der Terminals durchzuführen ist. Gerne würde er uns jederzeit dabei unterstützen. Also los.

Check-In über virtuelle Rezeption
Das Check-In-Terminal, ein modernes Multi-Funktionssystem, besitzt einen QR-Code-Reader, einen Kreditkarten-Terminal, einen Printer sowie mehrere Ausgabe-Slots für die Zugangskarten zum Zimmer. Das GUI (Graphic User Interface) ist professionell mit  Interaktionselementen im CI der Hotelgruppe gestaltet und einfach zu bedienen.

Meine Reservierung hatte ich bereits im Vorfeld über die ebenfalls gut aufbereitete responsive Yotel-Website durchgeführt und im Voraus mit Kreditkarte bezahlt. Für den Check-In tippe ich auf das entsprechende Symbol und werde aufgefordert, meinen Namen einzugeben oder den mit der E-Mail Bestätigung erhaltenen QR-Code unter den Scanner zu halten. Ich öffne die E-Mail Bestätigung und halte mein Smartphone unter den Scanner. Meine Reisedaten werden mit dem Vermerk "paid" aufgerufen und ich kann mich entscheiden, ob eine oder zwei Zugangskarten erstellt werden sollen. Ein paar Sekunden später werden die Zugangskarten über die Ausgabe-Slots im unteren Bereich des Terminals ausgeworfen. Fertig! Das komplette Check-In hat keine zwei Minuten gedauert.

Das Zimmer: Miniloft mit Enterprise-Atmosphäre
Wie von anderen Hotels gewohnt, halte ich die Zugangskarte vor den NFC-Reader und die Zimmertüre öffnet sich mit einem leisen Summen. Das Zimmer ist auf den ersten Blick etwas klein, die Aufteilung dafür funktional. Die als Bett überzogene Couch lässt sich auf Knopfdruck zum Wohlfühl-Bett ausfahren. Unser Sohn schläft direkt über uns in einem geräumigen Hochbett. Bodenfenster versorgen das Kleinloft mit ausreichend Tageslicht. Nachts untermalen warme lila-farbene LED-Lichteffekte die Enterprise-Atmosphäre des Zimmers. In der sogenannten "Technowall" sind eine Smartphone-Induktionsladeschale, ein Audio Streaming Anschluss, ein großer LED-TV, ein fest verankerter Flaschenöffner und jede Menge Ablagefächer untergebracht. Ein geräumiger Safe - in dem auch ein Notebook Platz findet - gehört ebenfalls zum Inventar. Auffällig ist, dass das Zimmer ständig über einen 2-Phasen Infrarotsensor überwacht wird. Ob dies nur für die Klimaanlage genutzt wird, wage ich zu bezweifeln.

Etwas zuhause vergessen - kein Problem
Was immer gern vergessen wird: ein Stromadapter. Auch darauf ist Yotel bestens vorbereitet. Auf jeder Etage findet man ein modernes "Yotel ShopHereNow-Kiosk" der Firma "Vengo Labs." (http://vengolabs.com), in dem man die wichtigsten Dinge, wie z.B. Smartphone-Charger, Stromadapter, USB-Ladekabel etc. zu jeder Tages- oder Nachtzeit erwerben kann. Bezahlen? Kein Problem! Einfach den Artikel auf dem Kiosk auswählen, Kreditkarte durchziehen, schon poltert das Teil in die Ausgabeschale. Die Rechnung kann man sich bei Bedarf als E-Mail zusenden lassen.

Tankstation für Smartphone-Akkus
Worauf kann die heutige Generation am wenigsten verzichten? Richtig, das Smartphone. Aber was, wenn weit und breit keine Lademöglichkeit in Sicht ist? Speziell für diesen Fall hat Yotel einen Smartphone Powercharger der Firma Brightbox Inc. (https://brightboxcharge.com) in der Lobby postiert, an dem bis zu sechs Smartphones kostenfrei geladen werden können. Nach Einlegen der Zimmerkarte und Auswahl des Betriebssystems öffnet sich ein Slot und das Smartphone kann wieder zum Leben erweckt werden. Die Abholung erfolgt erneut durch Einführen der Zimmerkarte. Der entsprechende Slot öffnet sich und das Smartphone kann frisch getankt entnommen werden.

Aufenthalt mit Lounge-Feeling
Prinzipiell hat man im ganzen Hotel stets das Gefühl, Teil der großen Yotel-Community zu sein. Groovige House Beats, viele kleine Sitzgelegenheiten und die große Terrasse mit Cocktailbar, in der man sich abends Filme im Strandstuhl anschauen kann, vermitteln Lounge-Feeling pur.

Schneller Check-Out
So schnell, wie man drin ist, ist man auch wieder draußen. Einfach auf das entsprechende Icon auf dem Terminal klicken und man wird gebeten, seine Zimmerkarte einzuführen oder seinen Namen gefolgt von der Zimmernummer einzugeben. Eventuelle Zusatzleistungen werden auf einer Vorabrechnung auf dem Screen angezeigt und per Kreditkarte bezahlt. Im Anschluss erfolgt der Ausdruck der Rechnung über den integrierten Drucker. Die Rechnung kann man sich auch bequem an seine E-Mail Adresse senden lassen.

Wie so oft, hat man noch Zeit bis zur Abreise, muss aber das Hotelzimmer früher verlassen. Aber wohin mit dem Gepäck? Erst jetzt sollte ich erfahren, was es mit dem großen Roboterarm in der Hotelhalle auf sich hat. Anstatt das Gepäck in einem verstaubten Hinterraum zu verstauen, bietet Yotel einen sicheren Deposit an. Nach Eingabe des Namens und einer 4-stelligen Sicherheits-Pin auf dem Service-Terminal können Gepäckstücke in einer übergroßen Schublade im Yotel Gepäckschrank hinter Glas verstaut werden. Verantwortlich dafür ist ein Roboter der Firma ABB, der nach Eingabe der Sicherheits-Pin die Gepäckstücke jederzeit wieder an den Eigentümer aushändigt.

Fazit:
Yotel ist ein rundum gelungenes Hotelkonzept, das nicht nur bei der Smartphone-Generation ankommt. Die Hotelkette schafft den Spagat zwischen Zukunftsherberge und altbewährtem Hotelservice. Dennoch wird kein Gast mit der Technologie überfordert und alleine gelassen. Überall ist jedoch zu spüren, dass Funktionalität und Automatisierung im Vordergrund stehen. Mit ihrem Konzept spricht Yotel die derzeit junge und heranwachsende zahlungskräftige Zielgruppe an, die Gelassenheit liebt, aber einen hohen Anspruch an Produkt und Leistung hat.

Was ich nicht vergessen werde: Der schnellste, musikalischste und dunkelste Hotelaufzug, mit dem ich je gefahren bin.

Yotel verfügt derzeit über insgesamt fünf Hotels in New York, Paris, London (2x) und Amsterdam.

Weitere Informationen unter:
- http://www.yotel.com
- http://vengolabs.com
- https://brightboxcharge.com
- http://www.abb.com/cawp/seitp202/92dd85377f2cd7d54825797d002b02da.aspx